Viele dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung arbeiten nach dem Push-Pull-Prinzip. Dabei fördert der Ventilator nicht dauerhaft in eine Richtung, sondern wechselt regelmäßig zwischen Abluft und Zuluft. Genau dieser Richtungswechsel ermöglicht es, Wärme in einem keramischen Speicher zwischenzulagern und anschließend an die frische Außenluft zurückzugeben.
Einfach gesagt: Erst wird warme Raumluft nach außen geführt und erwärmt den Wärmespeicher. Danach wird die Richtung umgekehrt. Die kalte Außenluft strömt durch den erwärmten Speicher und gelangt vorgewärmt in den Raum.
So funktioniert ein Push-Pull-Gerät Schritt für Schritt
- Abluftphase: Der Ventilator transportiert verbrauchte, warme und gegebenenfalls feuchte Raumluft nach außen.
- Wärmespeicherung: Die Abluft durchströmt den keramischen Wärmespeicher. Ein Teil ihrer Wärme bleibt dort gespeichert.
- Richtungswechsel: Nach dem vorgesehenen Zeitintervall kehrt der Ventilator seine Förderrichtung um.
- Zuluftphase: Frische Außenluft wird angesaugt und durch den zuvor erwärmten Keramikspeicher geführt.
- Wärmerückgabe: Ein Teil der gespeicherten Wärme wird an die einströmende Luft übertragen.
- Neuer Zyklus: Anschließend beginnt der Ablauf erneut.
Bei Eco Smart Easy+, Vario 160 und Vario 110 ist in den technischen Daten ein Wechselzyklus von 75 Sekunden hinterlegt. Beim Eco Smart DZ hängt die konkrete Steuerung von der Geräteausführung und dem gewählten Betriebsmodus ab; deshalb nennen wir hier bewusst keine pauschale Zykluszeit.
Was bedeutet Paarbetrieb?
Im Paarbetrieb arbeiten zwei Geräte zeitlich aufeinander abgestimmt. Während Gerät A Abluft nach außen fördert, arbeitet Gerät B als Zuluftgerät. Beim nächsten Richtungswechsel tauschen beide ihre Aufgaben.
| Phase | Gerät A | Gerät B |
|---|---|---|
| 1 | Abluft – Keramikspeicher nimmt Wärme auf | Zuluft – gespeicherte Wärme wird abgegeben |
| 2 | Zuluft – gespeicherte Wärme wird abgegeben | Abluft – Keramikspeicher nimmt Wärme auf |
Dadurch wird der Luftaustausch ausgeglichener als bei zwei Geräten, die zufällig oder dauerhaft in dieselbe Richtung laufen. Ein synchroner Betrieb ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Planung.
Warum 50 oder 60 m³/h nicht immer 50 oder 60 m³/h Frischluft bedeuten
Die technische Maximalleistung eines Ventilators beschreibt, wie viel Luft er in einer festen Förderrichtung bewegen kann. Im Wärmerückgewinnungsbetrieb fördert das Gerät aber einen Teil der Zeit nach außen. Für die Auslegung wird deshalb mit dem durchschnittlichen Frischluftanteil gerechnet.
| Gerät | Maximale Zu-/Abluft je Gerät | Planungswert Frischluft im WRG-Betrieb |
|---|---|---|
| Eco Smart DZ | bis 50 m³/h, Boost bis 60 m³/h | 25 m³/h je Gerät |
| Eco Smart Easy+ | bis 50 m³/h | 25 m³/h je Gerät |
| Vario 160 | bis 60 m³/h | 30 m³/h je Gerät |
| Vario 110 | bis 25 m³/h | 12,5 m³/h je Gerät |
Für zwei abgestimmte Geräte ergeben sich im Wärmerückgewinnungsbetrieb entsprechend 50 m³/h bei DZ oder Easy+, 60 m³/h beim Vario 160 und 25 m³/h beim Vario 110.
Einzelgerät oder Gerätepaar?
Ein einzelnes Gerät kann für bestimmte Anwendungen sinnvoll sein, beispielsweise wenn nur eine begrenzte Luftmenge benötigt wird oder eine reine Zu- beziehungsweise Abluftfunktion gewünscht ist. Im alternierenden Wärmerückgewinnungsbetrieb hat ein abgestimmtes Paar jedoch mehrere Vorteile:
- gleichzeitige Zu- und Abluft in der betrachteten Zone,
- geringere Druckschwankungen,
- gleichmäßigerer Luftaustausch,
- bessere Verteilung der Luftleistung,
- häufig leiserer Alltag, weil nicht dauerhaft die höchste Stufe benötigt wird.
Ob ein einzelnes Gerät ausreicht, hängt daher nicht allein von seiner Maximalleistung ab. Entscheidend ist die Aufgabe, die es im Gesamtsystem erfüllen soll.
Müssen beide Geräte im selben Raum sitzen?
Nicht zwangsläufig nebeneinander. In der Praxis werden Geräte jedoch häufig innerhalb eines Raumes oder einer klar abgegrenzten Lüftungszone gepaart. Ob eine Kopplung über mehrere Räume sinnvoll ist, hängt von Türen, Überströmwegen, Grundriss und der jeweiligen Steuerungslogik ab.
Eine geschlossene Tür kann den Luftaustausch zwischen zwei Räumen stark begrenzen. Deshalb sollte nicht automatisch angenommen werden, dass ein Zuluftgerät im Schlafzimmer und ein Abluftgerät irgendwo am anderen Ende der Wohnung ohne weitere Maßnahmen ein ausgewogenes Paar bilden.
Was passiert bei geschlossenen Türen?
Damit Luft von einem Raum in einen anderen strömen kann, braucht sie einen geeigneten Weg. Das kann beispielsweise ein ausreichender Türunterschnitt oder ein separates Überströmelement sein. Fehlt dieser Weg, arbeitet jeder Raum weitgehend für sich. Die Folge können höhere Druckunterschiede, geringere wirksame Luftmengen und eine schlechtere Verteilung sein.
Bei der Planung sollte deshalb immer geklärt werden:
- Welche Türen sind im Alltag überwiegend offen oder geschlossen?
- Wo strömt Frischluft ein?
- Wo soll feuchte oder belastete Luft abgeführt werden?
- Wie gelangt die Luft dazwischen durch das Gebäude?
Wärmerückgewinnung oder reine Abluft?
Im Regenerations- beziehungsweise Wärmerückgewinnungsbetrieb wechselt die Luftrichtung, damit der keramische Speicher Wärme aufnehmen und wieder abgeben kann. Im reinen Abluftbetrieb fördert das Gerät dagegen dauerhaft nach außen. Das kann kurzfristig bei hoher Feuchte sinnvoll sein, nutzt in dieser Zeit aber nicht den normalen alternierenden Wärmerückgewinnungsprozess.
Entsprechend arbeitet ein Gerät im reinen Zuluftbetrieb dauerhaft nach innen. Welche Betriebsart sinnvoll ist, hängt von Nutzung und Systemaufbau ab. Für den üblichen energieeffizienten Dauerbetrieb ist der abgestimmte Wärmerückgewinnungsmodus der zentrale Betriebsfall.
Typische Fehler beim Push-Pull-Betrieb
- Geräte nicht synchronisieren: Zwei Geräte, die gleichzeitig absaugen, erzeugen keinen ausgeglichenen Paarbetrieb.
- Maximalleistung als Dauer-Frischluftmenge ansetzen: Das führt zu einer zu kleinen Gerätezahl.
- Türen und Luftwege vergessen: Technisch vorhandene Luftleistung erreicht dann möglicherweise nicht den vorgesehenen Raum.
- Unpassende Geräte mischen: Eine gemeinsame Steuerung setzt kompatible Geräte und Betriebslogiken voraus.
- Nur auf höchste Stufe planen: Das kann unnötige Geräuschbelastung verursachen.
- Abluftbetrieb mit Wärmerückgewinnung verwechseln: Dauerhafte einseitige Förderung ist nicht derselbe Betriebszustand.
Wie viele Geräte ergeben sich daraus?
Der Paarbetrieb erklärt, warum der Planungswert je Gerät geringer als die maximale einseitige Luftleistung ist. Wie daraus eine konkrete Gerätezahl entsteht, lesen Sie im Ratgeber „Wie viele dezentrale Lüftungsgeräte brauche ich?“.
Welches JESSP-Modell bei Luftleistung, Filter, Steuerung und Bohrdurchmesser am besten passt, zeigt unser Gerätevergleich.
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Weitere kurze Antworten zu Montage, Kernbohrung, Filtern und Wartung finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Hinweis: Der Beitrag erklärt das Funktionsprinzip allgemein und anhand der aktuell hinterlegten JESSP-Produktdaten. Die konkrete Gerätezuordnung und Steuerung ist objektspezifisch zu planen.

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Quale ventilazione JESSP fa per me? Confronto tra DZ, Easy+, Vario 160 e Vario 110
Wie viele dezentrale Lüftungsgeräte brauche ich?